Die ehemalige Hansestadt Danzig (poln. Gdansk) liegt westlich der Mündung des größten polnischen Flusses, der Weichsel. Die Stadt hat mehr als 450 000 Einwohner auf einer Fläche von etwa 262 Quadratkilometern, was einer Bevölkerungsdichte von ca. 1700 Menschen auf den Quadratkilometer entspricht. Zusammen mit Gdingen (poln. Gdynia) und Zoppot (poln.Sopot) bildet sie eine Dreistadt mit knapp einer dreiviertel Million Einwohnern. Im gesamten Ballungsraum Danzigs leben sogar mehr als 1 200 000 Einwohner. In Anlehnung an die Zeiten der Hanse lautet der Wahlspruch der Stadt “Weder unbesonnen noch furchtsam”.
Das pommersche Küstenland sah sich vor etwa 1000 Jahren wiederholt dänischen und polnischen Unterwerfungsversuchen ausgesetzt. Als zu Beginn des vierzehnten Jahrhunderts die Konflikte zwischen den kaschubischen Fürsten aus Pommern sowohl untereinander als auch mit dem brandenburgischen Markgrafen eskalierten und aus denen sich auch der polnische König nicht heraushielt, wurde der Deutsche Orden von Abgesandten der Stadt um Hilfe gebeten. Dies führte nach vielen Konfusionen letztlich dazu, dass der Orden die Stadt übernahm und sich sowohl in der Stadt selbst als auch in ihrer Umgebung festsetzte. Traditionell strebte die Stadt, in der die Kaufleute wirtschaftlich dominierten, schon damals nach Unabhängigkeit. Von der Mitte des 15. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts war Danzig eine Freie Stadt, was seiner wirtschaftlichen Entwicklung sehr gut tat. Zu jenen Zeiten war Danzig auch ein bedeutendes Mitglied der Hanse.
Danach verleibte sich das preußische Königreich die Stadt ein und sie blieb 14 Jahre lang unter preußischer Herrschaft. Als Danzig im Jahre 1813 vor den napoleonischen Truppen kapitulierte, wurde es von diesen wieder zu einer Freien Stadt erklärt. Nach der Niederlage Napoleons wurde die Stadt im Jahre 1815 vom Wiener Kongress wiederum dem Königreich Preußen zugesprochen. Ein anderer Vertrag, nämlich der von Versailles, trennte sie nach dem 1. Weltkrieg die vom Deutschen Reich ab und erklärte sie wiederum zur Freien Stadt. Dies blieb Danzig bis zum Ausbruch des 2. Weltkrieges, als es von der deutschen Wehrmacht überrannt wurde. Erst nach dessen Ende wurde die äußert wechselvolle Geschichte der Stadt einem stabilen Ergebnis zugeführt, denn seitdem ist Danzig fester Bestandteil des polnischen Staatsgebietes.