Polens demokratische Geschichte
Polens Weg zur Demokratie begann Ende der 80er Jahre. Am 2. Juni 1989 siegten die sogenannten „Solidarnosc“ als demokratische Partei bei den Wahlen. Die vorher an der Macht gewesene Partei PZPR konnte dem Widerstand der Gesellschaft nicht mehr stand halten. Wojciech Jaruzelski wurde Präsident und Tadeusz Mazowiecki wurde zum Ministerpräsidenten ernannt. Das neue Parlament, der Sejm, änderte nun die Verfassung, sowie den Namen des Staates. Polen war nun nicht mehr Volksrepublik Polen, sondern nur noch Republik Polen. Durch diesen demokratischen Erfolg in Polen wurde der Zerfall des gesamten kommunistischen Ostblocks eingeleitet. Vorreiter war außerdem die Einleitung einer grundsätzlichen neuen politischen Richtung in der UdSSR. Diese leitete bereits 1986 die Ideen der Umgestaltung und Offenheit ein und zeigte sich politisch und wirtschaftlich offener gegenüber der Welt.
2004 trat Polen, gemeinsam mit Estland, Lettland, Litauen und Malta aufgrund der beschlossenen EU-Erweiterung der Europäischen Union bei. Die Volksabstimmung in Polen zum Beitritt fiel sehr positiv aus.
Wichtige Akteure des polnischen Umschwungs
Adam Michnik – Publizist, Essayist, Intellektueller und Menschenrechtler – sprach sich gegen den Kommunismus und für die Demokratie in Polen aus. Adam Michnik wurde 1946 geboren und sein gesellschaftliches Engagement zeigte sich bereits in seiner Jugend. Heute ist er Herausgeber der Tageszeitung Gazeta Wyborcza. Diese linksliberale Zeitung ist die auflagenstärkste Tageszeitung Polens. Michnik ist Preisträger des Carl-Bertelsmann-Preises und brachte mit seinem „Balcerowicz-Plan“ die Marktwirtschaft nach Polen. Dieser Plan bildet das Fundament für folgende Reformen in Polen.
Ebenso ein Kämpfer für die Demokratie und Preisträger des Carl-Bertelmann-Preises ist Tadeusz Mazowiecki. Vor 21 Jahren wurde er als erster Premierminister demokratisch gewählt. Seinen Standpunkt machte er bei der Preisverleihung klar, als er sagte, dass das Interesse der „Wessis“ jetzt nicht nachlassen dürfe, sodass die „Frustration der Ossis in Europa“ nicht zunähme.