11. Juni 2010
Polens demokratische Geschichte
Polens Weg zur Demokratie begann Ende der 80er Jahre. Am 2. Juni 1989 siegten die sogenannten „Solidarnosc“ als demokratische Partei bei den Wahlen. Die vorher an der Macht gewesene Partei PZPR konnte dem Widerstand der Gesellschaft nicht mehr stand halten. Wojciech Jaruzelski wurde Präsident und Tadeusz Mazowiecki wurde zum Ministerpräsidenten ernannt. Das neue Parlament, der Sejm, änderte nun die Verfassung, sowie den Namen des Staates. Polen war nun nicht mehr Volksrepublik Polen, sondern nur noch Republik Polen. Durch diesen demokratischen Erfolg in Polen wurde der Zerfall des gesamten kommunistischen Ostblocks eingeleitet. Vorreiter war außerdem die Einleitung einer grundsätzlichen neuen politischen Richtung in der UdSSR. Diese leitete bereits 1986 die Ideen der Umgestaltung und Offenheit ein und zeigte sich politisch und wirtschaftlich offener gegenüber der Welt.
2004 trat Polen, gemeinsam mit Estland, Lettland, Litauen und Malta aufgrund der beschlossenen EU-Erweiterung der Europäischen Union bei. Die Volksabstimmung in Polen zum Beitritt fiel sehr positiv aus.
Wichtige Akteure des polnischen Umschwungs
Adam Michnik – Publizist, Essayist, Intellektueller und Menschenrechtler – sprach sich gegen den Kommunismus und für die Demokratie in Polen aus. Adam Michnik wurde 1946 geboren und sein gesellschaftliches Engagement zeigte sich bereits in seiner Jugend. Heute ist er Herausgeber der Tageszeitung Gazeta Wyborcza. Diese linksliberale Zeitung ist die auflagenstärkste Tageszeitung Polens. Michnik ist Preisträger des Carl-Bertelsmann-Preises und brachte mit seinem „Balcerowicz-Plan“ die Marktwirtschaft nach Polen. Dieser Plan bildet das Fundament für folgende Reformen in Polen.
Ebenso ein Kämpfer für die Demokratie und Preisträger des Carl-Bertelmann-Preises ist Tadeusz Mazowiecki. Vor 21 Jahren wurde er als erster Premierminister demokratisch gewählt. Seinen Standpunkt machte er bei der Preisverleihung klar, als er sagte, dass das Interesse der „Wessis“ jetzt nicht nachlassen dürfe, sodass die „Frustration der Ossis in Europa“ nicht zunähme.
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4. Mai 2010
Slubice ist eine Stadt im äußersten Westen von Polen und liegt an dem Fluss Oder. Vor 1945 war Slubice die Dammvorstadt und Gartenstadt von Frankfurt an der Oder, und wurde nach Kriegsende von Polen annektiert. Heute liegen hier die wichtigsten Grenzübergänge für den Straßenverkehr und Eisenbahnverkehr zwischen Deutschland und Polen. Obwohl der Ort Slubice mit knapp 17.000 Einwohnern recht klein ist, ist hier dennoch das deutsch-polnische Wissenschaftszentrum „Collegium Polonicum“ beheimatet. Aber auch der Tourismus ist zu einem wichtigen Wirtschaftszweig für Slubice geworden, da viele Sehenswürdigkeiten deutsche Tagestouristen, die meist aus dem Umland von Berlin oder aus Frankfurt an der Oder kommen, anlocken. Unter anderem zählt das Kino „Piast“ zu einem wichtigen Bauwerk von Slubice, welches auf eine bewegte Historie zurückblicken kann. Es beherbergte nicht nur ein Kino mit über 500 Plätzen und einer Tanzfläche, sondern wurde auch als Blumenladen und Gaststätte genutzt. Besonders beliebt bei den Touristen war auch der „ Basar“, oder auch „Polenmarkt“ genannt, wo in ersten Linie preisgünstig Zigaretten angeboten wurden. 2007 brannte der „Polenmarkt“ ab, und aufgrund des regen und nicht immer legalen Zigarettenhandels, wurde ein Neuaufbau des „Basars“ nicht verfolgt. Nicht unwichtig für die Stadt Slubice ist auch der deutsche Tanktourismus, da hier viele Grenzgänger in Polen günstig ihr Auto betanken. Ebenfalls werden gerne die zahlreichen Bordelle von deutschen Touristen besucht, so dass sich auch das Nachtleben von Slubice großer Beliebtheit erfreut. Der nahe Helensee auf der deutschen Seite, ist aufgrund seiner speziellen Bodenbeschaffenheit, ein beliebtes Freizeitgebiet für Taucher der deutsch-polnischen Grenzregion. Von Frühjahr bis Herbst wird den Urlaubern ein attraktives Freizeitprogramm angeboten. Neben Beachpartys mit Livebands für Teenagern und Erwachsene, gibt es auch Spiele für Kinder. Außerdem stehen Fussballplätze und Volleyballfelder zur Verfügung sowie eine Tauchschule und ein Fahrradverleih. Der Höhepunkt jeder Sommersaion ist das traditionelle Neptunfest, bei dem Polen und Deutsche gerne zusammen feiern.
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